Senffische
…und Safran
Des Herzogs Speiseplan
Mit Moritz’ Kleiderkammer beschäftigen wir uns ja schon eine ganze Weile. Aber wie sah es eigentlich mit seiner Speisekammer aus? Die Kleidung umhüllte seinen Körper und dieser brauchte Nahrung. Ein Glück, dass die Quellen auch Hinweise darauf liefern, was Herzog Moritz gegessen hat. Natürlich waren hier wieder seine Schulden der Grund für die Überlieferung der verzehrten Victualien (Lebensmittel) - und so erfahren wir aus unbezahlten Rechnungen, was in des Herzogs Küche verarbeitet und kredenzt wurde: Zucker, Rosinen, Korinthen, Senfmehl, Weinessig, Safran, Zitronen, Orangen, Oliven, Kapern, eingesottener Ingwer, Succade, Biscuit, Marzipan, Konfekt, Torten. Dazu kamen Fleischpasteten, gefüllt mit Schnepfen- Hühner- und Entenfleisch. Auch wenn viele der Zutaten exotischer Herkunft und sehr kostspielig waren, hatte der Herzog scheinbar eine besondere Schwäche für (regionale) Senffische. Natürlich durften auch Wein und Bier auf der standesgemäßen Tafel nicht fehlen. In den Monaten vor Moritz’ Tod wurden elf fette Ochsen geschlachtet um seine Dienerschaft zu speisen und an seinem Todestag hingen laut Inventar 22 Seiten getrockneter Speck im Hause. Für das leibliche Wohl war also gesorgt, auch wenn auf Kosten der Gläubiger.
Bildnachweise:
Fröhliche Gesellschaft: Willem Pieterszoon Buytewech. Um 1622. Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.
Spanferklein, Fische, Hände, Wildschweinkopf: Vollständiges und von neuem vermehrtes Trincir-Buch. Harsdörffer, Georg Philipp. Nürnberg 1657. https://digital.slub-dresden.de/werkansicht?id=5363&tx_dlf%5Bid%5D=17244&tx_dlf%5Bpage%5D=125
Exotische Vögel: Il Trinciante. Cervio, Vicenzo. Venedig 1593. http://digital.slub-dresden.de/id308232429